Vegetarismus

Vegis – die spinnen doch :-)

Ob man nun Fleisch isst oder eben nicht, sei wohl jedem selber überlassen. Viel höre ich auch, kein Fleisch essen sei ungesund, der Mensch sei ein Fleischesser. Dieser Ansicht bin ich jedoch weniger. Ich selber vermute das Gegenteil. Die folgende Tabelle ist es sicher wert, dass man ihr einen Blick würdigt.
Anatomievergleich: Früchteesser-Fleischesser

Früchteesser (Frugivore)
(Mensch, Menschenaffen)
Fleischesser(Carnivore)
(Löwe, Tiger, Wölfe,…)
Zähne: Abgeflachte Backenzähne zum zermahlen der Nahrung. Reisszähne, stark entwickelte Eckzähne, spitze Backenzähne.
Speichel: Alkalischer Speichel für den Stärkeabbau; viele Speicheldrüsen zur Vorverdauung. Saurer Speichel zur Verdauung tierischen Proteins; es fehlt das stärkeabbauende Enzym
Ptyalin; wenig Speicheldrüsen.
Kiefer: Seitlich bewegbar zum Zermahlen der Speisen. Nur Auf- und Abwärtsbewegung möglich, zum Reissen und Beissen.
Magen: Längliche Form, komplizierte Struktur; wenig Salzsäure und Pepsine. Einfacher runder «Sack» mit zehn mal mehr Salzsäure als bei Vegetariern, um zähe
Tiermuskeln, Knochen, etc. zu verdauen.
Darm: Lang und verschlungen, grosse Oberfläche. Kurz und glatt, damit das schnell verwesende Fleisch schnell aus dem Körper gelangt.
Leber: Vermag nur die vom Körper selbst gebildete Harnsäure abzubauen (kaum
Urikasebildung).
Viel aktiver, vermag mit zehn- bis fünfzehnmal mehr Harnsäure fertig zu werden
(grössere Urikasebildung).
Vitamin C: Tägliche Zufuhr über die Nahrung (Früchte) notwendig. Vermag Vitamin C selbst im Körper zu bilden.
Urin: Alkalisch. Sauer.
Haut: Millionen Poren, Schweissdrüsen. Keine Poren, kein Schwitzen durch die Haut.
Nägel: Flach, keine Krallen. Krallen.
Gang: Aufrecht um Früchte von den Bäumen zu pflücken. Waagrecht für schnelle Fortbewegung auf der Jagd.

( Quelle: www.vegetarismus.ch)

Der Mensch ist anatomisch am ehesten ein Früchteesser (Frugivore). Sein ganzer Körperbau ist darauf ausgelegt. Fleischesser (Carnivoren) unterscheiden sich in vieler Hinsicht vom Menschen. Alle vegetarischen Tierarten haben eine ähnliche Anatomie wie die Früchteesser.

Ein weiterer Grund der gegen das Fleischessen spricht ist die Art und Weise, wie das Fleisch gegenwärtig produziert wird. Ich glaube, würden wir einmal einen Schlachthof, sei das Pferd, Huhn, Rind oder Schwein besuchen, verginge der Appetit einigen. Diese Massenvernichtung an lebenden Tieren geschieht in so unwürdiger Weise, dass man es hinterfragen muss.

Und anschliessend noch einige Menschen, welche dem Leben als Vegetarier schon vor unserer Zeit den Vorzug gaben. Hier findet ihr Zitate – den einen oder anderen Verfasser wird man wohl kennen.

Leonardo da Vinci (1452-1519)

ital. Universalgenie

Du hast den Menschen als König der Tiere bezeichnet – ich aber würde sagen: König der Raubtiere, unter denen du das grösste bist; denn hast du sie nicht getötet, damit sie dir zur Gaumenbefriedigung dienen, wodurch du dich zum Grabe aller Tiere machst? Erzeugt denn die Natur nicht genug Vegetabilien, mit denen du dich sättigen kannst?

Es wird ein Tag kommen, an dem die Menschen über die Tötung eines Tieres genauso urteilen werden, wie sie heute die eines Menschen beurteilen. Es wird die Zeit kommen, in welcher wir das Essen von Tieren ebenso verurteilen, wie wir heute das Essen von unseresgleichen, die Menschenfresserei, verurteilen.

Ich habe schon in jüngsten Jahren dem Essen von Fleisch abgeschworen, und die Zeit wird kommen, da die Menschen wie ich die Tiermörder mit gleichen Augen betrachten werden wie jetzt die Menschenmörder.

Wahrlich ist der Mensch der König aller Tiere, denn seine Grausamkeit übertrifft die ihrige. Wir leben vom Tode anderer. Wir sind wandelnde Grabstätten!

Plutarch (45-125)

griech. Philosoph und Schriftsteller

Für ein kleines Stücklein Fleisch nehmen wir den Tieren die Seele sowie Sonnenlicht und Lebenszeit, wozu sie doch entstanden und von Natur aus da sind.

Könnt ihr wirklich die Frage stellen, aus welchem Grunde sich Pythagoras des Fleischessens enthielt? Ich für meinen Teil frage mich, unter welchen Umständen und in welchem Geisteszustand es ein Mensch das erstemal über sich brachte, mit seinem Mund Blut zu berühren, seine Lippen zum Fleisch eines Kadavers zu führen und seinen Tisch mit toten, verwesenden Körpern zu zieren, und es sich dann erlaubt hat, die Teile, die kurz zuvor noch gebrüllt und geschrien, sich bewegt und gelebt haben, Nahrung zu nennen. Es handelt sich gewiss nicht um Löwen und Wölfe, die wir zum Selbstschutz essen – im Gegenteil, diesen Tieren schenken wir gar keine Beachtung; vielmehr schlachten wir harmlose, zahme Geschöpfe ohne Stacheln und Zähne, die uns onehin nichts anhaben könnten. Um des Fleisches willen rauben wir ihnen die Sonne, das Licht und die Lebensdauer, die ihnen von Geburt an zustehen.

Wenn ihr nun behaupten wollt, dass die Natur solche Nahrung für euch vorgesehen hätte, dann tötet selbst, was ihr zu essen gedenkt – jedoch mit euren naturgegebenen Mitteln, nicht mit Hilfe eines Schlachtmessers, einer Keule oder eines Beils.

Niemals sollen die Menschen so weit sich vergessen und die lebende Kreatur behandeln wie alte Schuhe und abgenützte tote Geräte, die sie fortwerfen mögen, wenn sie nicht mehr zu gebrauchen sind. Wir sollen es nicht tun, und uns niemals bei alten lebendigen Wesen nach dem Nutzen fragen, den sie nur schwach oder gar nicht mehr haben. Wir sollen sie behalten, und sei es auch nur, um daraus Barmherzigkeit gegen Menschen zu lernen. Ich würde kein

altes Pferd und keinen alten Ochsen, der sich einmal für mich geplagt hat, verkaufen können…

Schweitzer, Albert (1875-1965)

Theologe und Missionsarzt; Friedensnobelpreis 1952

Wo immer ein Tier in den Dienst des Menschen gezwungen wird, gehen die Leiden , die es erduldet, uns alle an.

Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit.

Ich gebe mir darüber Rechenschaft, dass die Gewohnheit, Fleisch zu essen, nicht mit erhabenen Gefühlen in Uebereinstimmung steht.

Meine Ansicht ist, dass wir, die für die Schonung der Tiere eintreten, ganz dem Fleischgenuss entsagen, und auch gegen ihn reden. So mache ich es selber. Und damit kommen so manche dazu, auf das Problem, das so spät aufgestellt wurde, aufmerksam zu werden.

Ethik ist ins Grenzenlose erweiterte Verantwortung gegen alles, was lebt.

Tesla, Nikola (1856-1943)

Erfinder, z.B. Fernsteuerung, Radio, Mehrphasenwechselstromnetz, Wechselstrommotoren

Dem Anbau von Gemüse ist sicherlich der Vorzug zu geben, und ich denke, dass die vegetarische Lebensweise eine empfehlenswerte Abweichung von den bestehenden barbarischen Gewohnheiten ist. … Viele Rassen, die fast ausschliesslich von Gemüse leben, weisen eine hervorragende Körperverfassung und Stärke auf. … In Hinsicht auf diese Tatsachen sollte jede Anstrengung unternommen werden, das mutwillige und grausame Schlachten von Tieren zu beenden, das unsere moralischen Werte zerstören muss. … Es scheint keine philosophische Notwendigkeit für Nahrungsmittel zu geben. Wir können uns organisierte Wesen vorstellen, die ohne Nahrung leben und die gesamte Energie, die sie zur Ausübung ihrer Lebensfunktionen benötigen, aus der Umgebung beziehen.

Tolstoi, Leo (1828-1910)

Humanist, Autor (u.a. „Krieg und Frieden“)

Fleischessen ist ein Überbleibsel der grössten Rohheit; der Übergang zum Vegetarismus ist die erste und natürlichste Folge der Aufklärung.

Wenn der Mensch ernstlich und aufrichtig den moralischen Weg sucht, so ist das erste, wovon er sich abwenden muss, die Fleischnahrung: denn abgesehen von der Aufregung der Leidenschaften, die durch diese Nahrung verursacht wird, ist dieselbe ganz einfach unsittlich, weil sie eine dem sittlichen Gefühl wiedersprechende Tat, das Morden, erfordert.

Der Mensch kann leben und gesund sein, ohne dass er zu seiner Ernährung Tiere tötet. Wenn er also Fleisch isst, so ist er mitschuldig am Morde von Tieren, nur um seinen Geschmack zu schmeicheln. So zu handeln, ist unmoralisch. Das ist so einfach und unzweifelhaft, dass es unmöglich ist, nicht beizustimmen. Aber weil die Mehrzahl noch am Fleischgenuss hängt, so halten ihn die Menschen für gerechtfertigt und sagen lachend: ‚Ein Stück Beefsteak ist aber doch eine schöne Sache, und ich werde es heute mit Vergnügen zu Mittag essen.‘

Das Mitleid bleibt immer dasselbe Gefühl, ob man es für einen Menschen oder für eine Fliege empfindet. Der dem Mitleid zugängliche Mensch entzieht sich in beiden Fällen dem Egoismus und erweitert dadurch die moralische Befriedigung seines Lebens.

Die Menschen gehen lieber zugrunde, als dass sie ihre Gewohnheiten ändern.

Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.

Wenn Du keinen Menschen töten kannst – gut ; Kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten – noch besser ; keine Fische und Insekten – noch besser.

Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht – Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst – Darauf kommt alles an.

Wagner, Richard (1813-1883)

Komponist

Ich weiss nicht, wie der Liebe Gott einmal mein Lebenswerk bewerten wird. In den letzten Wochen habe ich über fünfzig Partiturseiten vom Parsifal geschrieben und drei jungen Hunden das Leben gerettet. Warten wir ab, was gewichtiger auf die Waagschale drücken wird.

War uns der Anblick des den Göttern geopferten Stieres ein Greuel geworden, so wir nun in sauberen von Wasser durchspülten Schlachthäusern ein tägliches Blutbad der Beachtung aller derer entzogen die beim Mittagsmal sich die bis zur Unkenntlichkeit hergerichteten Leichenteile ermordeter Haustiere wohlschmecken lassen sollen. Es sollte uns fortan nur daran gelegen sein, der Religion des Mitleidens, den Bekennern des Nützlichkeitsdogmas zum Trotz, einen kräftigen Boden zu neuer Pflege bei uns gewinnen zu lassen.

Was erwarten wir denn von einer Religion, wenn wir das Mitleid mit den Tieren ausschliessen?

Busch, Wilhelm (1832-1908)

deutscher Dichter und Zeichner

Bis auf weiters Das Messer blitzt, die Schweine schrein, Man muss sie halt benutzen, Denn jeder denkt „Wozu das Schwein, Wenn wir es nicht verputzen?“ Und jeder schmunzelt, jeder nagt Nach Art der Kannibalen, Bis man dereinst „Pfui Teufel!“ sagt Zum Schinken aus Westfalen.

Mit allen Kreaturen bin ich In schönster Seelenharmonie. Wir sind verwandt, ich fühle es innig, Und eben darum liebe ich sie.

Wahre menschliche Kultur gibt es erst, wenn nicht nur Menschenfresserei, sondern jede Art des Fleischgenusses als Kannibalismus gilt.

Cicero

„Ich bitte dich nicht, mich zu verschonen, wenn du in Not bist, sondern nur, wenn du frevelhafte Begierde hast. Töte mich, um zu essen, aber morde mich nicht, um besser zu essen!“

Edison, Thomas Alva (1847-1931)

US-Erfinder, über 2000 Patente angemeldet, u. a. Glühbirne, Mikrophon.

Ich bin sowohl Vegetarier als auch leidenschaftlicher Anti-Alkoholiker, weil ich so besseren Gebrauch von meinem Gehirn machen kann.

Einstein, Albert (1879-1955)

Physik-Nobelpreis 1921

Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung.

Rein durch ihre physische Wirkung auf das menschliche Temperament würde die vegetarische Lebensweise das Schicksal der Menschheit äusserst positiv beeinflussen können.

Franziskus von Assisi (1182-1226)

Heiliger, Gründer des Franziskaner Ordens

Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir, alle Geschöpfe streben nach Glück wie wir. Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir, also sind sie uns gleich gestellte Werke des allmächtigen Schöpfers – unsere Brüder.

Gott wünscht, dass wir den Tieren beistehen, wenn sie der Hilfe bedürfen. Ein jedes Wesen in Bedrängnis hat gleiches Recht auf Schutz.

Freud, Sigmund

Ich ziehe die Gesellschaft der Tiere der menschlichen vor. Gewiss, ein wildes Tier ist grausam. Aber die Gemeinheit ist das Vorrecht des zivilisierten Menschen.

Der Priester wird die Wesensgleichheit von Mensch und Tier nie zugeben, da er auf die unsterbliche Seele nicht verzichten kann, die er braucht, um die Moralforderung zu begründen.

Gandhi, Mahatma (1869-1948)

Führer der ind. Selbständigkeitsbewegung, Nobelpreis 1913

Ich glaube, dass geistiger Fortschritt an einem gewissen Punkt von uns verlangt, dass wir aufhören, unsere Mitlebewesen zur Befriedigung unserer körperlichen Verlangen zu töten.

Für mich ist das Leben eines Lamms nicht weniger wertvoll als das Leben eines Menschen. Und ich würde niemals um des menschlichen Körpers willen einem Lamm das Leben nehmen wollen. Je hilfloser ein Lebewesen ist, desto grösser ist sein Anspruch auf menschlichen Schutz vor menschlicher Grausamkeit.

Die Vivisektion ist das schwärzeste aller schwarzen Verbrechen, deren der Mensch sich heute schuldig macht.

Die Grösse und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt.

Ich fühle zutiefst, das geistiges Wachstum in einem gewissen Stadium uns gebietet, damit aufzuhören, unsere Mitgeschöpfe zur Befriedigung unserer Leiblichen Bedürfnisse zu schlachten.

Hieronymus (331-420)

Hieronymus von Bethlehem; Heiliger, Kirchenvater.

cibi innocentes, unschuldige Speisen, sind Speisen, die ohne Blutvergiessen gewonnen werden.

Der Gebrauch des Weines [also der ganze Alkoholismus] hat mit dem Fleischessen angefangen nach der Sintflut. Der Genuss des Tierfleisches war bis zur Sintflut unbekannt – aber seit der Sintflut hat man uns die Fasern und die übelriechenden Säfte des Tierfleisches in den Mund gestopft, wie man in der Wüste dem murrenden, sinnlichen Volke Wachteln zuwarf. Jesus Christus, welcher erschien, als die Zeit erfüllt war, hat das Ende wieder mit dem Anfang [Genesis 1:29] verknüpft, so dass es uns jetzt nicht mehr erlaubt ist, Tierfleisch zu essen,…

Horaz (-65–8)

Quin. Horatius, klassischer Dichter Roms

Wage es, weise zu sein! Höre auf, Tiere zu töten! Wer die Stunde des rechten Lebens hinausschiebt, gleicht nur dem Bauern, der darauf wartet, dass der Fluss versiegt, ehe er ihn überquert.

Indianer

Sprichwort

Gott kommt in allem vor: Im Stein schläft er, in der Pflanze träumt er, im Tier erwacht er und im Menschen ist er erwacht.

Kafka, Franz (1883-1924)

Schriftsteller

Nun kann ich euch in Frieden betrachten; ich esse euch nicht mehr. (Beim Betrachten von Fischen in einem Aquarium)

Kant, Immanuel (1724-1804)

deutscher Philosph

Die Grausamkeit gegen die Tiere ist der Pflicht des Menschen gegen sich selbst entgegengesetzt.

Unter allen Lebensweisen ist das Jagdleben ohne Zweifel der gesitteten Verfassung am meisten zuwider; das Noachische Blutverbot scheint uranfänglich nichts anderes als das Verbot des Jägerlebens gewesen zu sein.

Irgendwie seltsam…

Sind doch hier alles Zitate von Menschen, die man als besonders bezeichen kann. Bei vielen braucht man im gleichen Atemzug mit dem Namen auch das Wort Genie. Einige sagen, diese Menschen waren ihrer Zeit voraus.