Nazca

Der Schlaf im Bus war nur mit Unterbrüchen zu geniessen. Da mal ein Ausweichmanöver und hier mal eine brüske Bremsung bekam man bei dem leichten Schlaf schon mit. Jedesmal wenn ich auf die Busuhr schaute, war ungefähr eine Stunde um.
Als der Tag langsam ins Land zog, kamen wir in Nazca an. Wir waren die einzigen, die hier ausstiegen, alle anderen Passagiere fuhren nach Lima weiter.
Da wir das Hostel schon zum vornherein gewählt hatten, spazierten wir die vier Blocks zu Fuss.
So klingelten wir morgens um 6.00 Uhr an der Türe des Hostels „Brabant“. Es dauerte einen Moment bis die Türe aufging. Eine verschlafene Frau hiess uns Willkommen und bat uns herein. Wir bezogen zwei freie Zimmer und bekamen um sieben bereits Frühstück. Ihr Mann fragte uns, ob wir heute die Nazcalinien mit dem Flugzeug besuchen wollen, da das Wetter so gut sei. Nach kurzem Überlegen stimmten wir zu und er erkundigte sich bei der „Aeromoche“ Flotte ob es heute freie Plätze hat. Dies wurde bestätigt und um 9.40 Uhr wurden wir per Taxi abgeholt.
Der Flugplatz liegt am Rande von Nazca und wir konnten schnell unsere Tickets entgegenehmen. Die Wartezeit bis zum Boarding überbrückten wir mit dem DVD über Maria Reiche, welche in den 50er Jahren damit begann, die Linien und Figuren dieser Ebene zu vermessen. Der Flugplatz wurde darum auch nach ihr benannt.
Dann hiess es einsteigen. Wir setzten uns in die Cessna und ohne grosse Einführung rollte der Pilot zur Startbahn. Neben ihm sass ein Copilot und wir vier besetzten die hinteren Plätze. Kurz vor dem Start fragte der Pilot, ob alles ok sei. Wir bestätigten und er beschleunigte die Maschine. Kurz nach dem Abheben zog er sie rechts weg und im Steigflug hielten wir Richtung Scharrbilder.
Nach etwa fünf Minuten zog der Pilot die erste Kurve und wir konnten den Astronauten an einem Hügel sehen. Nun kamen die Bilder Schlag auf Schlag. Hund, Affe, Condor, Spinne, Hände und immer wieder Trapeze in verschiedenen Grössen zierten den Boden. Auch den Aussichtsturm an der Pan Americana konnten wir sehen. Immer wieder zog er die Maschine in eine steile Kurve, damit wir unsere Fotos machen konnten. Es war gar nicht so leicht, die Bilder mit dem Zoom einzufangen, weil man sie immer wieder aus dem Sucher verlor. Auch auf dem iPhone konnte man mangels Zoom nur eine Totale einfangen.
Nach 40 Minuten waren wir wieder im Landeanflug.
Ich konnte das Sackmesser und das Feuerzeug wieder in Empfang nehmen, kaufte mir noch ein Heftchen über die Linien und dann fuhren wir mit einem Bustaxi zum Hostel zurück.
Als nächste schlenderten wir durch den Sonntagsmarkt. Man konnte sich kaum durchkämpfen, so viele Menschen waren in der Strasse unterwegs. Uns fiel weiter auf, dass wir hier die einzigen Touristen waren. So bestaunten wir all die Esswaren, welche ausgelegt und angeboten wurden. Von Kaktusfrüchten über hängenden Truthähnen bis zum Tintenfisch konnte man alles haben.
Anschliessend begaben wir uns zur Plaza de Armas für den Lunch. Das Essen war in dem Restaurant ein kulinarischer Reinfall, es schmeckte überhaupt nicht. Dann kauften wir noch Kleinigkeiten ein und machten es uns auf der Terrasse des Hostels gemütlich. Helene las in der Hängematte, Gregory chillte ebenfalls in dem hängenden Stoff und Guilhem und ich spielten Schach.
Gregory hatte die Tickets für die Weiterfahrt nachts darauf bereits besorgt und wir entschieden, weiter nach Huacachina zu gehen. Dies wiederum reizte unsere Kollegen auch und so gingen wir zum Busterminal und Gregory verschob das gekaufte Ticket um einen weiteren Tag.
Auf dem Rückweg kehrten wir im „La Choze“ (gesprochen mit „sch“, wäre ja übel sonst) ein und assen das erste mal an diesem Tag anständig.
Zurück im Hostel wollten wir noch Kaktusfrüchte probieren und so bereitete Gregory diese zu. Helene war so müde, dass sie ins Bett ging und wir tranken zu den Kakteen, welche innen ähnlich wie Wassermelonen aussehen, einen Rotwein.
Gegen 23.00 Uhr war es mit unserer Müdigkeit dann auch soweit und wir gingen schlafen.

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