Derby

P1000855 In Broome besuchten wir nach dem Zusammenräumen noch den Kaffeeladen um die Ecke auf und bezahlten zur Abwechslung wieder einmal für das Internet. Das Netz wird gegen Norden hin immer seltener und ich vermute, dass es in ca.. 3 Tagen gegen die Mitte des Kontinents noch schlechter aussieht. Schreiben werde ich jedoch weiterhin, da der Livewriter wie ein Tagebuch funktioniert. Per Klick lässt sich alles bequem hochladen, sobald man ein Netz hat.

Eigentlich wollten wir in Broome noch die Krokodilfarm besuchen. Da es erst um 3 pm aufmacht und der Preis bei stolzen 25 $ lag, fuhren wir leichten Herzens weiter.

Das Ziel hiess für heute Derby, obwohl wir zu Beginn nicht sicher waren, ob dies Sinn macht, da wir im Radio hörten, dass der Zweitzugang zu Derby wegen Überflutungen gesperrt sei. Dies würde für uns heissen, dass wir morgen im schlechtesten Fall die 50 Kilometer wieder zurück auf den Highway fahren müssten. Da sich unsere Vorstellung von Distanzen langsam dem weitläufigen Kontinent anpassen, nahmen wir das in Kauf. Ich habe mich selber schon beim Gedanken ertappt, “nur noch 180 Kilometer” – wie ungewöhnlich.

P1000859Kurz vor Derby traten die ersten Baobab Bäume auf. Bäume mit gewaltigen Stämmen und zum Teil kugeligem Stamm. Ein besonderer Baobab ist der Prison Boab Tree. Er hat einen Umfang von 14 m, ist innen hohl und diente einst dazu, gefangene Einheimische, welche sie für das Perlentauchen oder andere Arbeit einsetzen wollten über Nacht dort einzusperren, bevor der Weg weiter ging. Sie hatten teilweise Fussmärsche von über 25 Kilometern in Ketten hinter sich, als sie bei diesem Baum ankamen. Der Stamm ist innen wirklich sehr geräumig.

P1000863 Ein wenig daneben findet man einen 120 m langen Brunnentrog. Er diente als Tränke für das Vieh, welches auf der Wanderung nach Derby hier den letzten Halt machte, bevor es dort auf Schiffe verladen wurden. Bis zu 500 Stück Vieh konnte sich gleichzeitig an diesem Trog laben. Das Wasser wird heute mit einem Windrad heraufbefördert. Gebaut wurde er 1917.

P1000864 Kurz dahinter befindet sich noch Frostys Pool. Dies ist ein ausgegossener Pool, welcher ein Platoon im 2. Weltkrieg als Bad gebaut hat und nach einem Mitglieds Spitznamen benannt wurde.

In Derby merkten wir schnell, dass es ein Strassendorf ohne Zentrum ist. Wir bemerkten ausserdem, dass viele Aborigines hier unter Tags in Gruppen irgendwo im Schatten sitzen. P1000869

Geht man die letzte Strasse weiter gegen das Meer, sieht man sehr grosse Landstriche, welche all 14 Tage, bei Springflut bis an die letzen Häuser kommen.

Ansonsten weicht es kilometerweit zurück und man sieht nur durch die Hitze gespiegelte Ebenen. Das Meer ist ausserhalb des Sichtbaren. Wir wollten uns den Werft aber anschauen, da er durch eine Kurve ins Meer hinausgeht. Früher verband ein gezogenes Schienenbähnchen Derby mit dem Werft. Seit 1973 landen jedoch keine Passagierschiffe mehr hier.

P1000866 Die Mittagszeit verbrachten wir heute lesend im Camper bei laufender Klimaanlage. Die Hitze liess uns heute keine andere Wahl. An Baden ist hier auch nicht zu denken. Ein Schild nimmt einem jeden Mut, nur schon den Gedanken an ein kühles Bad in dieser tropischen Hitze zu nehmen. Wer will sich schon mit Krokodilen anlegen. Doch auch an Land ist es nicht sehr menschenfreundlich. So hatten wir den ganzen Abend mit Sandfliegen und Mücken zu kämpfen. Und am Boden lauern die kaum sichtbaren roten Ameisen, deren Gift auch ziemliche Flächen auf der Haut hinterlassen, was Helene bereits zu spüren bekam. Ja, wie sicher ist doch die Schweiz, wenn man plötzlich mit den kleinen und grossen Gefahren hier konfrontiert wird 🙂

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